Das französische Justizsystem hat einen entscheidenden Schritt bei der Verfolgung von physischen Angriffen auf Besitzer digitaler Vermögenswerte vollzogen. Die Justizbehörden in Rennes haben die förmliche Anklage gegen vier Verdächtige erhoben, die in eine Freiheitsberaubung im vergangenen Frühjahr in Ploudalmézeau (Finistère) verwickelt waren. Im April waren zwei bewaffnete und maskierte Täter in das Haus eines Krypto-Profis eingedrungen und hatten fünf Familienmitglieder, darunter zwei kleine Kinder und deren Großeltern, als Geiseln genommen, um die Herausgabe eines Vermögenswertes im geschätzten Wert von 700.000 Euro zu erpressen.
Der Erfolg dieser Ermittlungen unterstreicht das entschlossene Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen diese neue Form der Kriminalität. Die Festnahme der vier zwischen 18 und 37 Jahre alten Männer, die bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind, erforderte den koordinierten Einsatz von vierzig Spezialkräften zwischen der Île-de-France und dem Var. Zwei der Beschuldigten befinden sich wegen bewaffneten Raubüberfalls in einer Bande und Freiheitsberaubung in Untersuchungshaft, während gegen die beiden anderen wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird.
Dieser Vorfall fügt sich in ein zunehmend angespanntes Umfeld in Frankreich ein, das in den letzten Monaten einen deutlichen Anstieg der Gewalt im Zusammenhang mit virtuellen Währungen verzeichnet hat. Die Sicherheitsbehörden registrieren mittlerweile mehr als 80 ähnliche Fälle landesweit, was einer Verdoppelung der Vorfälle innerhalb nur weniger Monate entspricht. Die Zunahme dieser Überfälle auf Wohnungen, wie sie jüngst auch in der Region Nizza und in der Nähe von Rennes dokumentiert wurden, zeugt von der zunehmenden Professionalisierung krimineller Organisationen, die von der Liquidität der Kryptowährungen angezogen werden.
Über die unmittelbare Bedrohung für Investoren hinaus verdeutlicht diese Situation erhebliche strukturelle Risiken für die öffentliche Sicherheit. Durch die massenhafte Verbreitung gehackter Datenbanken im Darknet sind mittlerweile auch Kollateralopfer betroffen, wie etwa die neuen Bewohner von Wohnungen, die zuvor von Nutzern von Handelsplattformen bewohnt wurden. Angesichts der anhaltenden Bedrohung müssen das Web3-Ökosystem und die Behörden den Schutz personenbezogener Daten zwingend verstärken, um diese Gewaltspirale zu stoppen.