Ein gefälschtes Schreiben der DGFiP zielt derzeit auf Krypto-Besitzer in Frankreich ab. Das Dokument gibt vor, eine steuerliche Mahnung zu sein, und fordert zur Deklaration von Handelsplattformen, Wallets und DeFi-Protokollen über einen QR-Code auf, der zu einer betrügerischen Website führt.

4. September 2026 um 17:17 Uhr.

3 Minuten Lesezeit

Illustration mit OpenAI erstellt

Gefälschtes DGFiP-Schreiben zielt gezielt auf Krypto-Besitzer ab

Ein gefälschtes Schreiben mit dem offiziellen Briefkopf der DGFiP kursiert derzeit in Frankreich. Es fordert die Empfänger dazu auf, ihre Handelsplattformen, Wallets und DeFi-Protokolle über einen QR-Code zu deklarieren, der zu einer betrügerischen Website führt.

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Der Brief imitiert die visuelle Identität der französischen Finanzbehörde (DGFiP) täuschend echt: Logo, Briefkopf und behördliche Formulierungen wirken auf den ersten Blick kaum von einem offiziellen Dokument zu unterscheiden.

Ich habe gerade diesen vermeintlichen Brief der @dgfip_officiel erhalten, mit einem QR-Code, der auf https://t.co/oR6Ij2TXpD weiterleitet 😅

Guter Versuch!
Poke @CryptoastMedia @vitt_romain pic.twitter.com/1lV0qH6P0C

— Cyril Blondel ⭐️⭐️ (@cyrilblondel) 3. September 2026

Das Schreiben enthält eine angebliche „Mahnung“ zur Angabe aller gehaltenen digitalen Vermögenswerte. Gefordert wird eine Liste der genutzten Börsen, Wallets, DeFi-Protokolle sowie der vollständige Transaktionsverlauf. Die Frist läuft bis zum 5. September – bei Nichteinhaltung werden Geldbußen, Aufschläge von 40 bis 80 % und Verzugszinsen angedroht.

Um der „Aufforderung“ nachzukommen, soll der Empfänger den QR-Code scannen. Dieser leitet auf ein gefälschtes Portal für digitale Vermögenswerte um, das angeblich von der DGFiP betrieben wird. Die Falle ist tückisch: Da der Brief per Post zugestellt wird, umgeht er sämtliche Spam-Filter. Die Opfer scannen den Code mit ihrem privaten Smartphone, völlig außerhalb jeglicher IT-Sicherheitsvorkehrungen.

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Aktuelle Datenlecks als Quelle für Adressdaten

Dem Cybersicherheitsexperten Sébastien Forte, Gründer von FrenchBreaches, zufolge finden sich die identifizierten Opfer alle im Datenleck bei Colis Privé vom Januar wieder, das Millionen von Franzosen betraf. Die geografische Verteilung der Angriffe scheint zufällig, was auf eine groß angelegte Operation hindeutet, die rohe Datenbanken ausnutzt.

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Zudem befand sich mindestens ein Opfer im Datensatz des Ledger-Lecks von 2020, was darauf hindeutet, dass die Betrüger mehrere Datenbanken parallel nutzen. Die jüngste Sicherheitsverletzung bei der DGFiP im Juni, bei der Informationen von rund 700.000 Privatpersonen und Unternehmen offengelegt wurden, trägt zur allgemeinen Verunsicherung bei und macht diese Art von Betrug besonders glaubwürdig.

Mehrere Indizien sollten stutzig machen: Das Schreiben enthält Fehler, der Umschlag trägt weder das Regierungs- noch das Finanzamt-Logo, und vor allem versendet die DGFiP niemals solche Briefe zu Krypto-Assets. Die Betrüger haben sogar versäumt, ihr Dokument bezüglich der pauschalen Abgeltungssteuer zu aktualisieren, die nicht mehr bei 30 % liegt. Ein weiteres Detail: Offizielle Schreiben dieser Art werden in der Regel per Einschreiben mit Rückschein versendet.

Ein Risiko, das über einfaches Phishing hinausgeht

Die Gefahr beschränkt sich nicht auf den Diebstahl von Kryptowährungen. Durch die Preisgabe der Liste ihrer Vermögenswerte, Plattformen und Wallets liefern die Opfer den Kriminellen eine präzise Landkarte ihres digitalen Vermögens.

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Diese Informationen können für hochgradig gezielte Angriffe verwendet werden – sei es durch personalisierten Betrug, Erpressungsversuche oder in schwerwiegenden Fällen durch physische Bedrohungen.

Wer Zweifel an einem erhaltenen Schreiben hat, sollte niemals den QR-Code scannen. Der richtige Weg ist, sich direkt im persönlichen Bereich auf impots.gouv.fr einzuloggen oder das zuständige Finanzamt zu kontaktieren, um die Echtheit des Dokuments zu überprüfen.

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Quellen: BFMTV, @CR1337 auf X, Cyril Blondel auf X