Der Internationale Währungsfonds hat eine Grundsatzvereinbarung getroffen, die El Salvador die Auszahlung von 140 Millionen US-Dollar ermöglicht. Diese Finanzierung ist Teil eines umfassenden Hilfsprogramms in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar mit einer Laufzeit von 40 Monaten, das Ende 2024 eingeleitet wurde. Um diese finanzielle Entlastung zu erhalten, musste sich die Regierung von Nayib Bukele den strengen Vorgaben der Institution aus Washington beugen – ein entscheidender Wendepunkt in der Digitalpolitik des mittelamerikanischen Landes.
Die bedeutendste Änderung betrifft den rechtlichen Status der Kryptowährung. Seit Januar 2025 gilt Bitcoin nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Gesetzesreform hat die Verpflichtung für Händler, BTC-Zahlungen zu akzeptieren, aufgehoben und die Möglichkeit für Bürger abgeschafft, ihre Steuern mit diesem Vermögenswert zu begleichen. Parallel dazu hat sich der Staat aus der direkten Verwaltung des digitalen Wallets Chivo zurückgezogen; dieses wird nun von einer privaten Struktur betrieben, wobei die Regierung lediglich eine Minderheitsbeteiligung beibehält.
Auf haushaltspolitischer Ebene hat sich El Salvador formell dazu verpflichtet, keine öffentlichen Gelder mehr für den Kauf von Bitcoin zu verwenden. Seit Juni 2025 versichern die Behörden, dass jede Aufstockung der nationalen Reserve ausschließlich aus privaten Spenden stammt. Trotz dieser Einschränkungen wird die Speicherstrategie fortgesetzt: Das Land weist eine Reserve von 7 764 BTC auf, die mit über 600 Millionen US-Dollar bewertet wird. Diese Transparenz, die durch die Verfolgung der Transaktionen auf der Blockchain gewährleistet wird, ermöglicht es der Regierung, ihre Position als bedeutender staatlicher Halter beizubehalten und gleichzeitig ihren neuen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Die Tragweite dieses Abkommens geht über rein technologische Aspekte hinaus und berührt die makroökonomische Stabilität des Landes. Während der IWF für 2026 ein robustes Wachstum von 4,5 % prognostiziert – gestützt durch ein günstigeres Geschäftsklima und eine verbesserte innere Sicherheit –, haben die mit dem Programm verbundenen Sparmaßnahmen spürbare soziale Auswirkungen. Die Entlassung von rund 15 000 Staatsbediensteten verdeutlicht, wie schwierig es für die salvadorianische Regierung ist, ihre ursprünglichen souveränistischen Ambitionen mit den Strukturreformen in Einklang zu bringen, die von internationalen Instanzen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit gefordert werden.