Das Wichtigste in Kürze:
- Bitcoin beendet den August mit einem Plus von 24 % – der beste Monat seit November 2024.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am 16. September liegt inzwischen bei etwa 64 %.
- Die ETFs verzeichneten am Freitag Abflüsse in Höhe von 202 Millionen Dollar und beendeten damit eine Serie von neun positiven Handelstagen.
Bitcoin (BTC) notierte am Dienstagmorgen in Asien stabil knapp über 78.400 Dollar, innerhalb einer engen Spanne zwischen 77.200 und 79.200 Dollar, während andere risikoreiche Anlagen nachgaben. Der August endet mit einem Gewinn von 24 %, dem besten Ergebnis seit November 2024.
Was die Stabilität des Kurses aussagt
Die aufschlussreichste Erkenntnis ist eher die Abwesenheit einer starken Kursbewegung als das Geschehen selbst.
„Sich nach einem Anstieg von 23 % bei rund 78.000 Dollar zu halten, ist aussagekräftiger als der Anstieg selbst“, meint Yusuf Fakhro, Partner bei ARP Digital. Er nennt zwei Faktoren: Das offene Interesse bei Perpetual Futures befindet sich auf dem tiefsten Stand seit Mai, und die US-amerikanischen ETF bitcoin-Spot-Produkte verzeichneten in der vergangenen Woche die höchste Nachfrage seit Oktober 2025.
Die Kombination aus beidem deutet darauf hin, dass der August-Anstieg auf Kassakäufen basiert – ohne den Aufbau von Positionen mit Hebelwirkung, die nun liquidiert werden müssten. Genau das unterscheidet einen soliden Aufwärtstrend von einer spekulativen Überhitzung.
Die Rückkehr von Strategy unter die Käufer untermauert diese Einschätzung. Das Unternehmen hat in der letzten Woche Bitcoins im Wert von 370 Millionen Dollar erworben – die erste Akquisition seit zwei Monaten.
Die Kapitalflüsse haben sich jedoch gedreht
Ein konträres Signal verdient Beachtung. Die Handelsabteilung von Wintermute verzeichnete über neun aufeinanderfolgende positive Handelstage hinweg Zuflüsse von 924 Millionen Dollar in Bitcoin-ETFs, bevor Abflüsse von 202 Millionen diese Serie am Freitag stoppten.
Seitdem wurde die Schwelle von 82.000 Dollar bei jedem Ausbruchsversuch abgewiesen.
„Der Markt ist nervös, lässt aber kurzfristig die nötige richtungsweisende Überzeugung vermissen“, fasst Jasper De Maere, OTC-Trader bei Wintermute, zusammen.
Öl gewinnt wieder Einfluss auf die Zinsen
Das makroökonomische Umfeld hat sich verschärft. Der Preis für Brent stieg um knapp 1 % auf etwa 91 Dollar pro Barrel, nachdem es am Wochenende zu einem US-Militäreinsatz nahe der Straße von Hormus gekommen war.
Die Auswirkungen auf die Zinsen ließen nicht lange auf sich warten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 4,78 %. Marktteilnehmer sehen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 64 % für eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 16. September, verglichen mit etwa 36 % vor der Rede von Kevin Warsh in Jackson Hole.
Gold fiel auf etwa 4.435 Dollar pro Unze, nachdem es im August um 10 % zulegen konnte.
Der Rest des Marktes gibt nach
| Krypto | Performance 24 Stunden | Performance 7 Tage |
|---|---|---|
| Bitcoin BTC | -1% | -2,5% |
| Ethereum ETH | – | -2% |
| Ripple XRP | -1% | -9% |
HYPE von Hyperliquid stellt mit einem Plus von rund 4 % auf knapp 84 Dollar die einzige nennenswerte Ausnahme bei den großen Kapitalisierungen dar, angetrieben durch Berichte über einen möglichen Markteintritt der Plattform in den USA über die Muttergesellschaft von Kraken.
Ether (ETH) bei etwas über 2.440 Dollar und Solana (SOL) bei etwa 104 Dollar geben jeweils etwa 1 % ab. XRP hält sich knapp unter 1,40 Dollar und BNB notiert bei rund 693 Dollar. Tron und Dogecoin verzeichnen die stärksten Verluste mit einem Rückgang von etwa 2 % auf rund 33 Cent bzw. 8 Cent.
An den Aktienmärkten verlor der Hang Seng in Hongkong etwa 1 % auf knapp 25.300 Punkte, wobei Tencent und Meituan um fast 3 % nachgaben. Der japanische Nikkei fiel auf 66.185 Punkte, während der südkoreanische Kospi dank einer Erholung bei Halbleiteraktien leichte Zuwächse verbuchen konnte.
Und jetzt?
Der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht ist das letzte wichtige Signal vor der Sitzung im September.
Da die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung bereits bei fast zwei Dritteln liegen, würde ein starker Wert die Anleiherenditen nach oben treiben und den Bitcoin wieder in Richtung der nachts erreichten 77.200 Dollar drücken. Ein schwacher Wert hingegen würde den Druck mildern, ohne die Warnung des Fed-Vorsitzenden vollständig auszuräumen.
Der September beginnt also unter umgekehrten Vorzeichen im Vergleich zum August: Die Kaufströme sind zwar noch vorhanden, aber die makroökonomische These, die sie unterstützte, hat sich gedreht.
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Autor
Chief Content Officer CoinAcademy. Tech, Finanzen, Krypto, KI. Alex@coinacademy.fr