Im Vorfeld der Vorstellung des Haushaltsplans 2027 hat Premierminister Sébastien Lecornu ein deutliches Signal an die Unternehmensführung gesandt, um das wirtschaftliche Klima zu stabilisieren. In einem offenen Brief schloss der Regierungschef die Einführung neuer Abgaben formell aus – eine Ankündigung, die darauf abzielt, die Sorgen vor einer steigenden Steuerbelastung zu zerstreuen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt die von der Regierung bestätigte geplante Senkung der Sonderabgabe für Großunternehmen, womit der vorübergehende Charakter dieser Maßnahme unterstrichen wird, die im vorangegangenen Haushaltsjahr zur Sanierung der öffentlichen Finanzen eingeführt worden war.

Der Bereich, der sich der Beständigkeit der französischen Wirtschaftsstruktur widmet, legt den Schwerpunkt auf die Nachfolge von KMU – ein zentrales Thema angesichts der erwarteten Pensionierungswelle vieler Firmeninhaber. Um diese Übergaben zu sichern, bekennt sich die Exekutive zur Beibehaltung des pacte Dutreil, einem Eckpfeiler bei der Befreiung von Schenkungs- und Erbschaftssteuern. Ergänzend wird ein neuer Mechanismus namens „pacte Papin“ geprüft, um die Übernahme von Unternehmen durch die eigene Belegschaft zu fördern und so die Kontinuität der Geschäftstätigkeit sowie den Erhalt des Know-hows in den Regionen zu sichern.

Im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Verwaltung und Wirtschaft ist eine Strukturreform durch die Erprobung des Prinzips « silence vaut accord » (Schweigen gilt als Zustimmung) geplant. Für Unternehmen, die in einer partnerschaftlichen Beziehung zum Finanzamt stehen, bedeutet dies künftig: Bleibt eine Antwort der Behörde innerhalb von drei Monaten aus, gilt die vom Unternehmen vorgeschlagene Interpretation als bestätigt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Rechtssicherheit zu erhöhen und operative Unsicherheiten abzubauen, um die Kontrolldynamik in Richtung eines Vertrauensverhältnisses zu transformieren.

Diese Zusagen fallen in eine politisch äußerst angespannte Phase, die von Indiskretionen über mögliche Steuererhöhungen auf die Mitarbeiterkapitalbeteiligung geprägt war – Spekulationen, die Matignon entschieden zurückwies. Während die Regierung die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen absichern will, muss sie gleichzeitig komplexe haushaltspolitische Abwägungen treffen, die auch mögliche Einsparungen bei den wohlhabenderen Haushalten umfassen. Die Tragfähigkeit dieser Versprechen hängt nun davon ab, wie sie in den kommenden Haushaltsentwurf integriert werden und ob sie die entscheidende Hürde der parlamentarischen Debatten nehmen können.