Peking bereitet seine Wirtschaft auf das Schlimmste vor. Ab dem 1. Oktober wird ein neues Gesetz China die Möglichkeit geben, seine Unternehmen, Infrastrukturen und zivilen Ressourcen in viel größerem Umfang zu mobilisieren, um einen „raschen Übergang von Frieden zu Krieg“ zu gewährleisten. Hinter dieser historischen Reform zeichnet sich eine umfassendere Strategie ab: Das Land soll nicht nur auf einen Konflikt um Taiwan vorbereitet werden, sondern auch auf Sanktionen, Energieengpässe und eine mögliche Häufung globaler Krisen.

Mit OpenAI generierte Illustration

Peking wechselt zu einer Mobilisierungswirtschaft

China hat diesen Sommer sein Gesetz über die Mobilmachung zur Landesverteidigung überarbeitet – ein Text, der seit 16 Jahren nicht mehr geändert worden war. Es tritt am 1. Oktober in Kraft.

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Erstmals definiert das Gesetz die Mobilmachung explizit als die Fähigkeit, einen „raschen Übergang von Frieden zu Krieg“ zu gewährleisten und die wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Stärke in Verteidigungskraft umzuwandeln. Es betrifft nicht mehr nur die Rüstungsindustrie, sondern die gesamte Zivilwirtschaft.

China mobilisiert eine Kriegswirtschaft.

Die Regelung umfasst staatliche und private Unternehmen, einschließlich der in China ansässigen Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne. Betroffen sind der Transportsektor, das Gesundheitswesen, die Telekommunikation, die Cybersicherheit, Daten, Software sowie kritische Infrastrukturen.

Eine weitere wesentliche Neuerung: Das Gesetz führt erstmals den Begriff der Enteignung ein und beschränkt sich nicht mehr nur auf Requisitionen. Die Behörden können Ausrüstung, geistiges Eigentum, Daten und Software beschlagnahmen sowie zivile Produktionslinien für militärische Zwecke umleiten.

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Vorbereitung auf Taiwan und die Entkopplung vom Westen

Offiziell richtet sich die Überarbeitung gegen keine bestimmte Region. Militärexperten sehen darin jedoch das logistische Fundament für ein Szenario rund um Taiwan. Peking zieht seine Lehren aus dem Krieg in der Ukraine, in dem die Großmächte über Jahre hinweg Munition, Drohnen und Ersatzteile produzieren müssen.

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Die USA betrachten traditionell das Jahr 2027 als Stichtag für die Modernisierung der Volksbefreiungsarmee. Japanische und taiwanesische Analysten schätzen jedoch, dass das Risiko einer militärischen Aktion erst zwischen 2030 und 2035 wirklich ernst wird, sobald die Lücken beim amphibischen Transport und in der Logistik geschlossen sind.

China antizipiert auch die massiven Sanktionen, die ein solcher Konflikt nach sich ziehen würde. Die drei großen chinesischen Ölkonzerne haben über ein Jahrzehnt hinweg rund 2.300 Milliarden Yuan (knapp 343 Milliarden Dollar) aufgewendet, um die Energiesicherheit des Landes zu stärken.

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Befürchtete Krisenhäufung belastet die Märkte

Dieser Wandel vollzieht sich in einem Umfeld, in dem sich mehrere Schocks überschneiden könnten. Ein Konflikt um Taiwan würde gleichzeitig Halbleiter, den asiatischen Seeverkehr, die Ölpreise und die globalen Finanzströme beeinträchtigen. Die in den letzten Monaten im Nahen Osten beobachteten Störungen bei den Ölbezügen haben die Anfälligkeit der chinesischen Lieferkette bereits verdeutlicht.

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Zur Erinnerung: China stockt parallel dazu seine Goldreserven aggressiv auf – ein weiteres Signal für die Vorbereitung auf ein Umfeld von Sanktionen und Entdollarisierung.

Welche Auswirkungen hat das auf Bitcoin und Kryptowährungen?

Für Bitcoin (BTC) und Kryptowährungen ist ein solches Szenario zwiespältig. Kurzfristig würde die Ankündigung eines größeren Konflikts wahrscheinlich eine Risk-off-Welle auslösen, die zum Verkauf volatiler Vermögenswerte führt. Die Crashes im März 2020 und Mai 2022 haben gezeigt, dass Bitcoin bei makroökonomischen Schocks weiterhin mit Tech-Aktien korreliert.

Auf längere Sicht jedoch würde ein anhaltendes Regime aus Sanktionen, Einfrieren von Vermögenswerten und Misstrauen gegenüber dem US-Dollar die These von Bitcoin als neutralem, pfändungssicherem Zufluchtsort außerhalb des traditionellen Bankensystems stärken. Die Taiwan-Frage würde ebenfalls auf dem Krypto-Ökosystem lasten, während die Insel die Bildung einer strategischen BTC-Reserve prüft.

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Dennoch ist Differenzierung geboten. Sich rechtlich auf einen Krieg vorzubereiten, ist kein Beweis dafür, dass die Entscheidung für einen Krieg bereits gefallen ist. Peking baut in erster Linie eine widerstandsfähige Wirtschaft auf, die in der Lage ist, sowohl einen Konflikt als auch eine Pandemie, eine Klimakrise oder eine Unterbrechung der Lieferketten abzufedern. Das Ausmaß der Maßnahmen lässt jedoch darauf schließen, dass China einen großen Konflikt mittlerweile als ein glaubwürdiges Szenario einstuft.

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Quellen: Economy.ac, Engin Eroglu auf X