Diesen Dienstag, den 15. September 2026, macht Zama einen neuen Schritt in der vertraulichen DeFi. Das Protokoll eröffnet 16 verschlüsselte Vaults auf Morpho, mit Kuratoren (den Vault-Managern) wie Wintermute, Bitwise oder Flowdesk. Ein Start, der darauf ausgelegt ist, institutionelle Anleger anzuziehen, die bislang davor zurückschreckten, ihre Positionen on-chain offenzulegen.
15. September 2026 um 18:20 Uhr.
5 Minuten Lesezeit

Illustration generiert mit OpenAI
Zama eröffnet 16 vertrauliche Vaults auf Morpho
Das On-Chain-Datenschutzprotokoll Zama hat am 15. September die Eröffnung von Einzahlungen in 16 vertrauliche Vaults offiziell gemacht, die über Morpho bereitgestellt werden. Diese Vaults (Tresore) decken mehrere Vermögenswerte ab, darunter die US-Dollar-Stablecoins USDC, USDT und AUSD, den wrapped Bitcoin WBTC sowie den an das britische Pfund gekoppelten Stablecoin tGBP.
Fünf Kuratoren (die Vault-Manager), die in der Krypto-Branche wohlbekannt sind, betreuen diese neuen Produkte: Steakhouse Financial, Armitage by Wintermute, Flowdesk, RockawayX und Bitwise. Zwölf dieser Vaults sind vertrauliche Versionen bereits bestehender Morpho-Produkte auf Ethereum, während vier weitere speziell für den Empfang verschlüsselter Einzahlungen geschaffen wurden.
Dieser Start baut auf einem ersten Erfolg mit einem initialen Vault auf, der zusammen mit Steakhouse Financial über die USDC-Prime-Strategie betrieben wurde. Dieser hatte in nur sieben Wochen nach seiner Eröffnung im Juni 2026 einen TVL (Total Value Locked) von 40 Millionen Dollar erreicht.
Confidential DeFi at scale, live today.
Zama is the fastest growing confidentiality protocol for onchain finance.
Today, Zama expands confidential access to 16 curated yield vaults across 5 institutional curators and 5 assets: USDC, USDT, AUSD, WBTC, and tGBP, all deployed on… pic.twitter.com/OEJtKZIptP
— Zama (@zama) 15. September 2026

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Datenschutz: ein Argument, das für institutionelle Anleger maßgeschneidert ist
Auf einer öffentlichen Blockchain sind Positionen, Salden und Strategien für Wettbewerber und Front-Runner sichtbar (letztere nutzen die sichtbaren Transaktionen vor deren Ausführung aus, um Profit zu erzielen). Dies bezeichnet Zama als „strukturelle Blockade für einen institutionellen Einsatz im großen Stil“. Vertrauliche Vaults ermöglichen es Anlegern, Unternehmenstreuhändern und Marktteilnehmern, auf On-Chain-Renditen zuzugreifen, ohne ihre Positionen oder Strategien offenzulegen.
Merlin Egalite, Mitbegründer von Morpho, bestätigt diese Logik. Ihm zufolge stellt die Hinzufügung dieser vertraulichen Vaults auf Morpho „einen wichtigen Schritt dar (…), um die vertrauliche DeFi effizient weiterzuentwickeln und neue Möglichkeiten auf Blockchains zu eröffnen (…).“
More choices for confidential yield via @zama
Capital allocators can confidentially deposit into Morpho Vaults curated by @SteakhouseFi @Bitwise @RockawayX @flowdesk_co and Armitage by @wintermute_t, without having to disclose their strategies & balances. pic.twitter.com/13NL8w7Ex3
— Morpho 🦋 (@Morpho) 15. September 2026

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Was Zama von der Konkurrenz in der privaten DeFi unterscheidet
Der Ansatz von Zama unterscheidet sich deutlich von anderen vertraulichen DeFi-Protokollen. Er basiert auf der „fully homomorphic encryption“ (FHE, oder vollhomomorphe Verschlüsselung).
Diese kryptografische Technik erlaubt es, Berechnungen direkt auf verschlüsselten Daten durchzuführen, ohne diese jemals entschlüsseln zu müssen. Somit kann ein Computer Daten verarbeiten, addieren oder vergleichen, während er für deren tatsächlichen Inhalt „blind“ bleibt.
Auf die Blockchain angewendet, ermöglicht FHE einem Smart Contract die Ausführung von Transaktionen (Transfers, Zuweisungen, Vault-Strategien), ohne dass Beträge oder Positionen jemals im Klartext auf der Blockchain sichtbar sind. Daher rührt das von Zama betonte Datenschutzargument.
Eine weitere Besonderheit von Zama: die direkte Integration in ein etabliertes DeFi-Protokoll wie Morpho auf Ethereum (ETH), was die Anleger nicht dazu zwingt, auf eine private Layer-2-Lösung (L2) oder eine dedizierte App-Chain (eine Blockchain für nur eine Anwendung) umzusteigen.

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Anreize von Pendle und Merkl: ein bekannter Rahmen, aber bisher keine veröffentlichten Zahlen
Weder Zama noch Morpho noch die Kuratoren haben genaue Zinssätze, Budgets oder Zeiträume für die Anreize bekannt gegeben, die Pendle und Merkl auf den 16 neuen vertraulichen Vaults verteilen werden. Auf Morpho fließen Belohnungen systematisch über Merkl, das die Belohnungen außerhalb der Blockchain basierend auf der On-Chain-Aktivität berechnet und diese alle acht Stunden einforderbar macht. Die pro Vault angezeigten APRs (jährliche prozentuale Rendite) hängen daher vom zugewiesenen Budget pro Kampagne und dem aktuellen TVL ab, wobei sich der APR mit zunehmender Liquidität verwässert.
Der einzige bezifferte Vergleichspunkt stammt aus dem Pilot-Vault vom Juni. Zama hatte dort ein 12-wöchiges Boost-Programm betreut, das zur nativen Rendite von etwa 4 % der USDC-Prime-Strategie von Steakhouse Financial hinzukam, mit degressiven Ausschüttungen in Wellen (Wochen 1 bis 2, 3 bis 6, dann 7 bis 12), was frühzeitige Einzahlungen begünstigte.
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Anreize waren das Einzige, wovon vertrauliche Vermögenswerte nicht profitieren konnten, da die Belohnung eines Saldos dessen Einsichtnahme erforderte. Es war ein wahres Vergnügen, mit dem Team von Zama zusammenzuarbeiten, um dies zu ändern (…), damit [Anreiz-]Kampagnen auf verschlüsselten Salden funktionieren können. Die Einzahler sehen einen APR und erhalten Gewinne, während keine Position, keine Belohnung und kein Platz in der Rangliste jemals öffentlich gemacht wird.

Merkl und Pendle werden die Anreize betreuen, um Liquidität in die 16 neuen vertraulichen Vaults zu ziehen.

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On-Chain-Datenschutz und regulatorische Verpflichtungen: ein notwendiges Gleichgewicht
Es bleibt eine zentrale Frage für institutionelle Anleger: Wie bringt man verschlüsselte Salden mit den Verpflichtungen in Einklang, ihren Regulierungsbehörden (insbesondere der SEC in den USA oder im Rahmen der MiCA-Verordnung in der EU) oder gar Wirtschaftsprüfern Tätigkeitsberichte vorzulegen?
Zama vertritt hier einen Ansatz der sogenannten „programmable compliance“ (programmierbare Compliance). Im Gegensatz zu Mixern wie Tornado Cash erlaubt die FHE-Technologie Entwicklern, Zugriffsregeln zu definieren, die bestimmen, wer was entschlüsseln darf. Dies ermöglicht eine regelkonforme Vertraulichkeit anstelle einer absoluten Anonymität (wie man sie beispielsweise bei Monero (XMR) findet).
Der Standard ERC-7984, auf dem das vertrauliche Ökosystem von Zama basiert, enthält zudem optionale Module für KYC/AML-Beschränkungen (Identitätsprüfung und Geldwäschebekämpfung), Kontensperrungen und Compliance für reale Vermögenswerte (RWA). Zama vergleicht das Modell mit dem einer Bank: Transaktionen sind standardmäßig privat, aber das Institut übermittelt Berichte an die Regulierungsbehörden, und Gerichte können Aufzeichnungen erhalten, wenn dies gerechtfertigt ist.
👉 Zum selben Thema – Krypto: Auf dem Weg zu einer „vertraulichen“ DeFi? Einige Protokolle organisieren sich

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Ein Protokoll für vertrauliche Swaps ergänzt das Angebot
Parallel zu den Vaults hat Zama das Zama Swap Protocol gestartet, das den Tausch vertraulicher Vermögenswerte auf Ethereum ermöglicht. Es deckt cUSDC, cUSDT, cAUSD und cTGBP sowie Anteile an den vertraulichen Vaults ab. Nutzer können diese Swaps durchführen, ohne die Größe der Transaktion oder ihre Absicht offenzulegen.
Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels wird der ZAMA-Token bei etwa 0,047 Dollar gehandelt, was einem leichten Rückgang von 1,5 % über 24 Stunden, aber einem Anstieg von 13,4 % über dreißig Tage entspricht. Der TVL des Protokolls beläuft sich laut DefiLlama auf fast 59,4 Millionen Dollar.
👉 Weiterführend – Zama startet sein Mainnet und führt den ersten vertraulichen Transfer eines Stablecoins auf Ethereum durch