Der Herbstanfang markiert eine turbulente Phase für die Budgets französischer Haushalte, die mit einem deutlichen Anstieg ihrer laufenden Ausgaben konfrontiert sind. Seit diesem September verzeichnet der prix repère du gaz einen markanten Anstieg um 5,6 %, wodurch die Megawattstunde auf 172,05 Euro steigt. Für Haushalte, die diese Energie zum Heizen nutzen, bedeutet diese Inflation eine jährliche Mehrbelastung von rund 103 Euro, was einer Gesamterhöhung von 359 Euro innerhalb von zwölf Monaten entspricht. Diese Aufwärtsdynamik, die maßgeblich durch Spannungen auf den europäischen Großhandelsmärkten befeuert wird, schwächt eine Kaufkraft, die bereits durch eine trübe Wirtschaftslage unter Druck steht.
Parallel dazu werden staatliche Unterstützungsmaßnahmen restriktiver angepasst. Der Anwendungsbereich von MaPrimeRénov’ wird drastisch eingeschränkt und schließt nun zahlreiche Einzelrenovierungen sowie Gasheizungen aus. Gleichzeitig werden die Regeln für das Arbeitslosengeld verschärft: Die maximale Bezugsdauer für Arbeitnehmer, die sich für einen einvernehmlichen Auflösungsvertrag entscheiden, wird verkürzt. Diese Maßnahmen verstärken zusammen mit der anhaltenden Inflation das Gefühl einer Erosion des Lebensstandards für einen großen Teil der Bevölkerung.
Auf staatlicher Ebene steht die Vorbereitung des budget 2027 unter einer hohen politischen Anspannung. Die Behörden, vertreten durch Sébastien Lecornu, versuchen, das öffentliche Defizit zu stabilisieren, ohne dabei auf den einfachen Weg allgemeiner Steuererhöhungen zurückzugreifen – eine politische rote Linie angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahl. Das Ziel, das Defizit bei 5,1 % des BIP zu halten, erscheint angesichts des schwachen Wachstums und eines instabilen internationalen Umfelds ambitioniert. Um dieses Gleichgewicht zu erreichen, bevorzugt die Regierung eine Strategie der Ausgabenkontrolle, bei der vorrangig weniger wichtige Sektoren gekürzt werden, während staatliche Kernbereiche wie Verteidigung oder Justiz geschont werden.
Die Haushaltsgleichung erweist sich als umso komplexer, da die Regierung über keine solide Mehrheit im Parlament verfügt. Dieser Mangel an Konsens setzt die Exekutive dem Risiko wiederholter Rückgriffe auf verfassungsrechtliche Instrumente wie den Artikel 49.3 aus, um ihre Gesetzesvorlagen zu verabschieden. Wenige Tage vor den Senatswahlen herrscht Unsicherheit über die Fähigkeit des Staates, durch diese raue See zu steuern. Angesichts dieser chronischen Instabilität und des Wertverlusts von Fiat-Währungen bestätigen diese politischen Abwägungen das wachsende Misstrauen eines Teils der Anleger, die sich zunehmend alternativen und dezentralen Vermögenswerten zuwenden, um ihr Kapital langfristig zu sichern.