« Conscious uncoupling. » (Gwyneth Paltrow, 2014, anlässlich ihrer Trennung von Chris Martin). Consensys hat jetzt eine ähnliche, einvernehmliche Trennung vollzogen – allerdings in der Unternehmenswelt. Am Dienstag, den 9. September 2026, gab das Unternehmen bekannt, dass MetaMask, sein bekanntes Krypto-Wallet, ein vollständig eigenständiges Unternehmen wird. Die institutionellen Aktivitäten verbleiben unter dem Banner von Consensys, mit Blick auf einen möglichen Börsengang, für den bislang noch kein konkreter Termin genannt wurde. Damit schlägt die Gruppe, die 2014 von Joe Lubin gegründet wurde und die er heute noch leitet, ein neues Kapitel auf.

Die Kernpunkte dieses Artikels:

  • Consensys hat angekündigt, dass MetaMask ein eigenständiges Unternehmen wird – ein bedeutender Wendepunkt in der Firmengeschichte.
  • MetaMask, unter der Führung von Joe Lubin, hat sich zu einer Art ambitionierter Neobank gewandelt und könnte schon 2027 den Sprung aufs Parkett wagen.

Konkret wird die ehemalige Consensys Software Inc. nun durch zwei separate Gesellschaften ersetzt. MetaMask behält den Namen, der es berühmt gemacht hat, und konzentriert sich künftig voll auf den Endverbrauchermarkt: mehr als 100 Millionen Downloads in rund 190 Ländern und Transaktionen in Billionenhöhe seit dem Start. Die andere Einheit, die weiterhin Consensys heißt, übernimmt die Protokolle und die institutionelle Infrastruktur, einschließlich Ethereum und Linea. Sie wird von Mike Kriak als CEO geleitet, unterstützt von David Cunningham als Präsident.

Joe Lubin hingegen verlässt niemanden. Er wird CEO von MetaMask und bleibt gleichzeitig Executive Chairman von Consensys. Seine Begründung, die am 9. September von Fortune aufgegriffen wurde, ist simpel: Das Geschäft mit Endverbrauchern bei MetaMask habe mittlerweile einen Wert erreicht, der den Rest der Gruppe bei weitem übersteigt. Da ist es nur konsequent, ihm eine eigene Struktur und Strategie zu geben.

Today, MetaMask begins its next chapter as an independent company.

Consensys Software Inc., the company behind MetaMask, is rebranding as MetaMask, fully focused on the consumer platform. The protocols and institutional infrastructure businesses, including Linea, are becoming a…

— MetaMask 🦊 (@MetaMask) September 9, 2026

Eine „Krypto-Bank“, die die Muttergesellschaft nicht mehr braucht

MetaMask ist längst nicht mehr nur die einfache Wallet, die lediglich einen Kontostand anzeigte und Token-Swaps ermöglichte. In den letzten Monaten hat die Anwendung ihr Portfolio nach dem Vorbild einer Neobank massiv ausgebaut: mit Multi-Asset-Konten, einer gemeinsam mit Baanx herausgegebenen Mastercard (MetaMask Card), unbefristeten Verträgen (Perpetuals) und Prognosemärkten.

Damit verfolgt die neue Einheit das Ziel, „den Zugang zu traditionellen Finanzinstrumenten und dezentralen Finanzdienstleistungen im weiteren Sinne zu erweitern“. Übersetzt bedeutet das: MetaMask will weniger wie ein Browser-Plugin und immer mehr wie ein vollwertiges Finanzinstitut agieren. Der Name bleibt dabei bestehen.

Lubin lehnt jeden Kommentar zum Zeitplan eines Börsengangs (IPO) ab. Dabei geistert das Thema schon lange durch die Presse. Bereits Anfang 2025 war ein Börsengang im Gespräch, der jedoch mangels günstiger Marktbedingungen wieder verworfen wurde. Danach hatte das Unternehmen JPMorgan und Goldman Sachs als Banken beauftragt, um einen Börsengang für Herbst 2026 anzustreben. Analysten rechnen nun mit einer Notierung von MetaMask ab Anfang 2027. Offiziell bestätigt ist das von der Führungsebene nicht.

Dieselbe Zurückhaltung gilt für den Token. Lubin hatte in der Vergangenheit angedeutet, dass ein MetaMask-Token in Planung sei. Diese Woche erteilte er dem eine Absage: Das derzeitige regulatorische Umfeld sorgt dafür, dass Unternehmen deutlich weniger darauf erpicht sind, eine eigene Kryptowährung auszugeben. Ein MetaMask-Token lässt also noch etwas auf sich warten. Überraschend ist das eigentlich nicht.

Erinnern Sie sich an die Klage der SEC gegen MetaMask, in der dem Unternehmen der Verkauf nicht registrierter Wertpapiere vorgeworfen wurde? Die US-Aufsichtsbehörde hat den Fall 2025 schließlich ohne weitere Folgen eingestellt. Ein solches Manöver wäre mitten im Rechtsstreit deutlich komplizierter gewesen. Die effektive Trennung zwischen MetaMask und Consensys soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Magali

Seit ich 2017 das erste Mal in den Kaninchenbau gefallen bin, hat sich mein Weg von der leidenschaftlichen Leserin zur Chefredakteurin des Journal du Coin entwickelt. Ich liebe es, hinter die Kulissen von Projekten zu blicken, um meine Vision einer dezentralen Zukunft voranzutreiben. Als Liebhaberin schöner Worte koordiniere ich unsere Teams, um technische Komplexität in menschliche, präzise und schnörkellose Informationen zu verwandeln. Zwischen Unternehmertum und Redaktion ist meine Mission klar: Die Zukunft heute schon verständlich machen.

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