Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat kürzlich die formelle Abweisung der Klage der CME Group, einer führenden Kraft an den weltweiten Finanzmärkten, beantragt. Im Zentrum des Konflikts steht die Genehmigung der Regulierungsbehörde für Kalshi und andere Plattformen, Perpetual-Verträge auf Kryptowährungen anzubieten, indem sie als Terminkontrakte (Futures) eingestuft werden. Die CME ficht diese Entscheidung an und argumentiert, dass diese Finanzinstrumente unter dem strengen Regime des Dodd-Frank Act als „Swaps“ reguliert werden müssten. Für den Riesen aus Chicago würde diese Klassifizierung unlauteren Wettbewerb fördern und bestehende regulatorische Schutzvorkehrungen umgehen.
In einem bei einem Bundesgericht eingereichten Schriftsatz weist die CFTC diese Vorwürfe zurück und bezeichnet das Vorgehen der CME als substanzlose Aufregung. Die Regulierungsbehörde belegt anhand von Daten, dass das Handelsvolumen der Bitcoin- und Ether-Kontrakte der CME nach der angefochtenen Genehmigung weiter gestiegen ist, was der Behauptung eines Wettbewerbsnachteils widerspricht. Laut der Behörde sei ein etwaiger Verlust von Marktanteilen der CME lediglich auf deren eigene strategische Entscheidung zurückzuführen, diese Produkte nicht anzubieten, obwohl dem technisch nichts im Wege stehe.
Über diesen Unternehmensstreit hinaus geht es um die Struktur des Marktes für digitale Derivate in den USA. Die rechtliche Einordnung dieser Produkte ist entscheidend, da sie die Zugangsbedingungen für aufstrebende Akteure wie Hyperliquid festlegt. Während etablierte Börsen Risiken von Preismanipulationen befürchten und eine strikte Registrierung fordern, drängen neue Marktteilnehmer auf einen Ansatz, der auf der wirtschaftlichen Realität der Vermögenswerte basiert. Die Position der CFTC ist klar: Die Entstehung dieser Instrumente zu behindern, käme einer Missachtung von Innovation und freiem Wettbewerb gleich, die der Commodity Exchange Act eigentlich schützen soll.
Der juristische Zeitplan spitzt sich zu, wobei die Frist für die Antwort der CME auf den 2. Oktober festgesetzt wurde. Das Gericht muss über die Zulässigkeit der Klage entscheiden – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Sollte die Klage mangels Nachweis eines Schadens abgewiesen werden, würde dies die Methode der CFTC stärken, die in Ermangelung eines umfassenden föderalen Rechtsrahmens auf pragmatische regulatorische Öffnungen setzt. Umgekehrt würde eine Infragestellung der rechtlichen Qualifizierung von Perpetual-Verträgen nicht nur die Kontrollstrategie der Aufsichtsbehörde schwächen, sondern auch die Wettbewerbslandschaft der Krypto-Handelsplattformen auf US-Boden neu gestalten.