Das Wichtigste in Kürze:

  • Die US-Aufsichtsbehörde schlägt eine Modernisierung der Regeln für Wertpapier-Transferstellen vor.
  • Der Entwurf würde die Nutzung von Blockchains als offizielles Transaktionsregister erlauben.
  • Am 17. September findet in Washington ein runder Tisch zum Thema kontinuierlicher Handel statt.

Die SEC hat am Dienstag eine Reform der Regeln für Transferstellen vorgeschlagen, die den Einsatz von Blockchains als offizielles Register für Wertpapiertransaktionen ermöglichen würde. Zudem kündigte die US-Aufsichtsbehörde die Tagesordnung für ihren runden Tisch am 17. September an, der sich mit dem kontinuierlichen Handel befassen wird.

Was die Reform der Transferstellen bewirken würde

Diese in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannten Akteure führen das Register über Eigentümerwechsel bei Wertpapieren. Ihre Aufgabe ist es, zu erfassen, wer zu welchem Zeitpunkt was besitzt, und dies offiziell zu dokumentieren.

Die Einführung von On-Chain-Transaktionen hat diese Funktion grundlegend verändert. Da diese Transaktionen sofort und öffentlich ausgeführt werden, wird ein Teil des Systems, das auf verzögerter und undurchsichtiger Abwicklung beruhte, hinfällig, während die Märkte zunehmend auf tokenisierte Wertpapiere setzen.

Der vorliegende Entwurf modernisiert eine Regel, die seit Jahrzehnten unverändert blieb, indem er die Nutzung elektronischer Kommunikation und Blockchain-Technologie für Wertpapieremissionen und Aktientransfers integriert, erklärt Paul Atkins, Vorsitzender der Institution.

Als Gegenleistung werden neue Verpflichtungen eingeführt. Die betroffenen Unternehmen müssten strengere Kontrollen ihrer Betriebsabläufe durchführen, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit.

Die zentrale Frage einer Kommissarin

Hester Peirce, Kommissarin der SEC, formulierte den Punkt, der für den Krypto-Sektor von besonderem Interesse ist.

„Müssen Transferstellen weiterhin die Namen und Postanschriften der Wertpapierinhaber erfassen?“, fragt sie, oder sollte die Regelung andere Identifikatoren wie E-Mail-Adressen oder digitale Wallet-Adressen zulassen?

Dabei geht es um weit mehr als bloße Formalitäten. Die Anerkennung einer Wallet-Adresse als gültiger Identifikator eines Wertpapierinhabers würde bedeuten, dass ein Aktionär ohne gemeldeten Wohnsitz in den Registern geführt werden könnte – ein Bruch mit jahrzehntelanger Praxis bei der Identifizierung von Anlegern.

Die Konsultationsphase läuft noch 60 Tage.

Runder Tisch zum kontinuierlichen Handel

Das zweite Projekt betrifft die Handelszeiten. Das Treffen am 17. September am Hauptsitz der Behörde in Washington wird die wichtigsten Akteure der US-Finanzinfrastruktur zusammenbringen: NYSE, Nasdaq, State Street, Citadel Securities, Cboe und die DTCC, neben neueren Marktteilnehmern wie Robinhood.

Die Debatten werden sich auf vier konkrete Themen konzentrieren: die Überwachung des nächtlichen Handels, die Festlegung von Schlusskursen, die Abwicklung von Transaktionen sowie die praktischen Aspekte eines permanenten Systems, insbesondere Wartungsfenster.

Letzterer Punkt fasst die Schwierigkeit zusammen. Ein Markt, der niemals schließt, hat keine Zeitfenster mehr, um seine Systeme anzuhalten, Fehler zu korrigieren oder Tagesendbestände zu berechnen.

Ein Perspektivwechsel

Der Krypto-Sektor entstand in einem Umfeld, das niemals schließt. Der Übergang der traditionellen Märkte in dieses Regime käme jedoch einem tiefgreifenden Bruch gleich.

Ein wichtiger Aspekt für die Akteure des Sektors: Krypto-Broker könnten unter die Regeln dieses Projekts fallen, die für alle Wertpapiermärkte konzipiert sind. Mit anderen Worten: Die Angleichung der Handelszeiten ginge mit einer Angleichung der Verpflichtungen einher.

Beide Texte ergänzen die im letzten Monat von der Behörde veröffentlichten Vorschläge zu digitalen Vermögenswerten, die Ausnahmeregelungen bei der Registrierung für bis zu 75 Millionen Dollar vorsehen.

Wie geht es weiter?

Drei Termine stehen an: Der runde Tisch am 17. September, der Abschluss der Konsultation zu den Transferstellen in zwei Monaten und die Rückkehr des CLARITY Act in den Senat, wo Mitte September eine verfahrenstechnische Abstimmung erwartet wird.

Die von der Behörde gewählte Methode ist bemerkenswert. Da es an einem Bundesgesetz für digitale Vermögenswerte fehlt, baut die SEC ihren regulatorischen Rahmen schrittweise durch Verordnungen auf. Ein System, das schneller etabliert ist als ein Gesetz, sich aber bei Mehrheitswechseln an der Spitze der Behörden auch leichter wieder rückgängig machen lässt.

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