Der Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses hat mit der Verabschiedung des American Reserve Modernization Act (ARMA) einen bedeutenden symbolischen Meilenstein erreicht. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Einrichtung einer „Strategic Bitcoin Reserve“ zu institutionalisieren, um die vom US-Bund gehaltenen digitalen Vermögenswerte zu zentralisieren. Obwohl diese Initiative die Ambitionen der Trump-Administration widerspiegelt, stößt sie auf eine unerbittliche haushaltspolitische Realität: Der Text verbietet ausdrücklich den Rückgriff auf Schulden, neue Steuern oder Defizitausgaben, um weitere Token zu erwerben. Kurz gesagt: Washington möchte seine Bestände sichern, ohne einen einzigen Dollar aus der Staatskasse auszugeben.
Das Projekt adressiert ein von den Gesetzgebern identifiziertes Problem der operativen Verwaltung, da sie die derzeitigen Bitcoin-Bestände der USA, die zwischen verschiedenen Behörden wie dem FBI oder dem Justizministerium aufgeteilt sind, als zu fragmentiert betrachten. Zum jetzigen Zeitpunkt verfügen die USA über den weltweit größten staatlichen Schatz mit 324.527 BTC, die hauptsächlich aus gerichtlichen Beschlagnahmungen stammen und mit fast 25 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Der ARMA sieht nicht nur eine vollständige Bestandsaufnahme dieser Reserven vor, sondern schreibt auch eine strenge Verwahrungsstrategie vor: Jede Einheit in der Reserve muss für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren gesperrt werden, was einen Mechanismus für langfristige Bestände schafft, der die Marktliquidität auf lange Sicht beeinflussen könnte.
Angesichts der Unmöglichkeit, Haushaltsmittel zu nutzen, erkundet der Text innovative buchhalterische Lösungen zur Aufstockung der Reserven, wie etwa die Umwandlung anderer beschlagnahmter digitaler Vermögenswerte, Zolleinnahmen oder die Zusammenarbeit mit den Bundesstaaten. Um die Integrität dieses Mechanismus zu gewährleisten, wird durch vierteljährliche Audits und kryptografische Beweise der Kontrolle über die privaten Schlüssel volle Transparenz gefordert. Darüber hinaus wird der physische und cybertechnische Schutz der Vermögenswerte zur nationalen Priorität erklärt, wofür beispiellose Ressourcen des département de la Défense (DoD) und der Heimatschutzbehörde mobilisiert werden – eine Sicherheitsarchitektur, die weit über das hinausgeht, was traditionell für Goldreserven gilt.
Über den technischen Aspekt hinaus verfolgt das Gesetz einen starken geopolitischen Anspruch: die Behauptung der US-Finanzvorherrschaft im digitalen Zeitalter. Indem sich die USA als Vorreiter im Wettlauf um die Bitcoin-Knappheit positionieren, wollen sie andere Nationen dazu bewegen, ihrem Modell zu folgen, während sie sich gleichzeitig gegen eine Volatilität absichern, die sie nicht direkt durch Steuern finanzieren möchten. Während der Text nun den Senat überzeugen muss, bleiben Investoren gespalten. Auch wenn die offizielle Einrichtung einer staatlichen Reserve einen großen Sieg für die Legitimität von Kryptowährungen darstellt, dämpft das Fehlen geplanter Käufe auf dem freien Markt die Erwartungen an einen unmittelbaren Preisanstieg bei BTC.