Eine runde Zahl für ein Gemetzel. Zcash hat diesen Freitag die symbolische Marke von 1 000 Dollar geknackt und ist dabei an einem einzigen Tag um rund 20 % gestiegen. Der Token hat damit nicht nur einen Meilenstein erreicht. Er hat im Vorbeigehen auch Short-Wetten im Wert von zig Millionen Dollar liquidiert – in einer Rallye, die nun schon seit Wochen anhält und hartnäckig keine Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Hier ist, was passiert ist und warum der Anstieg weitergeht.

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels:

  • Zcash hat die symbolische Marke von 1 000 Dollar durchbrochen und dabei Short-Positionen in Millionenhöhe liquidiert.
  • Grayscale hat seinen Zcash Trust in einen Spot-ETF umgewandelt und damit den Zugang für traditionelle Anleger erweitert.

1 000 Dollar: Ein Meilenstein, der die Leerverkäufer teuer zu stehen kommt

ZEC kletterte an diesem Freitag auf rund 1 023 Dollar, ausgehend von kaum 828 Dollar am Vortag, wie Daten von CoinDesk zeigen. Das Handelsvolumen überstieg innerhalb von 24 Stunden 1,2 Milliarden Dollar, und die Marktkapitalisierung des Tokens näherte sich der Marke von 17 Milliarden Dollar.

Der Kursanstieg erzwang die Schließung von gehebelten Positionen im Wert von etwa 36,6 Millionen Dollar, wovon 34,5 Millionen auf Leerverkäufer entfielen – Trader also, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Wenn der Preis schneller steigt, als sie abfedern können, werden ihre Positionen zwangsliquidiert, was sie dazu zwingt, den Token zurückzukaufen, um ihre Positionen zu schließen. Und diese Notkäufe treiben den Preis noch weiter nach oben.

Auf Monatssicht liegt ZEC rund 94 % im Plus. Auf Jahressicht sind es über 2 300 %. Dies katapultierte Zcash auf den zehnten Platz der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung, noch vor Dogecoin.

Der Zcash-Kurs erreicht 1 000 $ – Quelle

Grayscale, DCG und die These vom „harten Geld“

Zwei institutionelle Katalysatoren erklären einen Großteil dieser Bewegung. Ende August wandelte Grayscale seinen Zcash Trust, der bisher akkreditierten Investoren vorbehalten war, in einen vollwertigen Spot-ETF um, der an der NYSE Arca unter dem Ticker ZCSH gehandelt wird. Jeder Inhaber eines klassischen Wertpapierdepots kann nun darauf zugreifen.

Digital Currency Group, die Muttergesellschaft von Grayscale, führe zudem unverbindliche Gespräche, um über eine Tochtergesellschaft weitere 200 000 ZEC zu erwerben. Grayscale verknüpft diese Entwicklung mit ihrer These vom „harten Geld“ – der Idee, dass ein Vermögenswert mit einem streng begrenzten Angebot (21 Millionen ZEC, genau wie bei Bitcoin) eine Bewertungsprämie verdient, sobald das institutionelle Interesse wächst.

Unter der Haube: Auch das Netzwerk gibt Gas

Technisch gesehen folgt das Netzwerk dem gleichen Trend. Die Entwickler hinter Zakura, einem im Juli gestarteten neuen Zcash-Client, haben kryptografische Tools veröffentlicht, die die Erstellungszeit einer vertraulichen Transaktion auf Mobilgeräten von über drei Sekunden auf unter 200 Millisekunden senken – ein notwendiger Schritt, damit das Netzwerk den Anforderungen der täglichen Nutzung gerecht wird.

Parallel dazu läuft noch bis zum 14. September eine Governance-Abstimmung über das nächste Netzwerk-Update namens NU7, um über verschiedene technische Fragen zu entscheiden, einschließlich einer möglichen Verkürzung der Zeit zwischen den Blöcken.

Der Token, der bei Regulierungsbehörden aufgrund seiner Vertraulichkeit am stärksten kritisiert wurde, wird – ein Treppenwitz der Geschichte – nun von einem der gefragtesten ETFs der aktuellen Zeit getrieben. Ob dieser Markthype auch in echte Nutzung umgemünzt werden kann – und nicht nur in Chart-Linien –, wird die Zukunft zeigen.

Magali

Seit ich 2017 in den Kaninchenbau gefallen bin, habe ich mich von einer begeisterten Leserin zur Chefredakteurin des Journal du Coin entwickelt. Ich liebe es, hinter die Kulissen von Projekten zu blicken, um meine Vision einer dezentralen Zukunft zu verwirklichen. Als Liebhaberin schöner Worte koordiniere ich unsere Teams, um technische Komplexität in menschliche, präzise Informationen ohne unnötigen Jargon zu verwandeln. Zwischen Unternehmertum und Redaktion ist meine Mission klar: Die Zukunft verständlich machen – heute schon.

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